Zum Hauptinhalt springen
Fachbeiträge Milchwirtschaft

Milch, Butter und Käse beim Verbraucher gefragt

Der Start am Milchmarkt war 2020 vielversprechend. Welche Veränderungen ergeben sich durch die Coronakrise?

Im Januar kam es an den Produktmärkten zu einer Belebung des Geschäftsverlaufes. Milchpulver, Schnittkäse, Blockbutter und Molkenpulver waren gefragter als sonst üblich. Die Abrufe von abgepackter Butter und Milchfrischerzeugnissen verliefen im saisonal üblichen Umfang.

Coronavirus dämpft die Erwartungen

Mit dem Ausbruch des Coronavirus in China zu Jahresbeginn, und im weiteren Verlauf auch in den meisten anderen Regionen der Welt, haben sich die Erwartungen an die Marktentwicklung jedoch spürbar eingetrübt. Recht schnell waren die psychologischen Einflussfaktoren auf den Märkten für Milch und Molkereiprodukte stärker als die tatsächlichen Gegebenheiten bei Angebot und Nachfrage. Zudem kam es in Folge von knappen Containerkapazitäten und erhöhten Frachtkosten zu logistischen Problemen in der Lieferkette, vor allem im globalen Handel.

Nachfrage der privaten Haushalte gestiegen

Durch die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, sind die Absätze des Lebensmitteleinzelhandels an Milchprodukten sprunghaft gestiegen. Die mit der Ausnahmesituation einhergehenden Ängste der Bürger führten darüber hinaus zu umfangreichen Bevorratungskäufen von Milcherzeugnissen wie Konsummilch, Butter und Käse. Der Lebensmitteleinzelhandel orderte produktübergreifend hohe Mengen bei den Molkereien nach, um ihre Lager so auszustatten, dass die Versorgung in den Läden gesichert ist.
Diese Bestellungen konnten teils nicht vollständig bedient werden, obwohl der Bedarf in anderen Bereichen zeitgleich abgenommen hat. Dies war insbesondere im GV-Bereich und im Foodservice der Fall, dem die Kunden durch die Verlagerung des Konsums weitgehend wegbrachen.

Weitere Entwicklungen ungewiss

Da vollkommen ungeklärt ist, wie lange und in welchem Umfang sich die Corona-Pandemie auf den Milchmarkt auswirkt, bleibt ein Blick nach vorne mit starken Unsicherheiten behaftet. Es ist aber zu befürchten, dass der Absatz, vor allem im internationalen Handel, zunächst weiter mit Einschränkungen verläuft. Da nicht nur einzelne Bereiche, sondern die gesamte Wirtschaft betroffen ist, ist zu befürchten, dass die Auswirkungen auch für die Milchbranche in Deutschland, die stark auf den Export von Milchprodukten ausgerichtet ist, möglicherweise in allen Stufen der Wertschöpfungskette längerfristig und deutlich ausfallen.

Ihr AMI-Marktexpert Andreas Gorn steht Ihnen als Referent zum Thema Milch und Milchprodukte zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren:

Pusht die Pandemie den Online-Handel mit Obst und Gemüse?

BDFW 2020 goes virtual

Verbraucher zahlten im April mehr für frische Nahrungsmittel

Der Lebensmittelmarkt in Krisenzeiten