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Bio-Forum Äpfel – Ist die Branche für die Zukunft gut aufgestellt?

Der Wunsch nach einer gesunden und klimaneutralen Ernährungsgrundlage pusht den Konsum von Bio-Äpfeln. Sind der Handel und die Produktion für die Zukunft gerüstet? Wie wird sich der Europäische Green Deal auswirken, der eine Ausdehnung der Öko-Flächen auf 25 % vorsieht?

Dies diskutierten und analysierten 120 Teilnehmer auf dem 1. Bio-Forum Äpfel – Analyse 360° in Jork. In vielen europäischen Ländern steigt der Konsum von Bio-Äpfeln. Mittlerweile hat der Marktanteil der Bio-Ware bei Äpfeln die Größenordnung von 4 - 5 % erreicht. Österreich hat schon die Marke von 10 % überschritten, in Deutschland liegt der Anteil aktuell bei 7,5 %.

Dr. Friedhelm von Mering (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) referierte über den Europäischen Green Deal, der eine Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln um 50 % und die Ausdehnung der Öko-Flächen auf 25 % vorsieht. Allerdings müsse die Politik die ambitionierten Flächenziele in ihrer eigenen Beschaffung (öffentliche Einrichtungen, Bundeswehr) auch auf Bio ausrichten. In puncto Forschung müssten die finanziellen Zuschüsse jedenfalls noch erhöht werden.

Hohe Produktionskosten

In diesem Zusammenhang wies Dr. Matthias Görgens auf den bisher erfolgreichen Umstieg von der integrierten Produktion auf die Bio-Produktion von Äpfeln hin. Der Anteil der Bio-Fläche bei norddeutschen Äpfeln steige auf fast 20 %. Die Erträge fielen aber durchschnittlich um 30 - 35 % kleiner als bei der integrierten Produktion aus, zusätzlich sei der Arbeitseinsatz deutlich höher und damit kostenintensiver. Ein Problem seien außerdem die starken Ertragsschwankungen, wobei die nach Witterungsextremen stärker auftretenden Pilzerreger und tierischen Schädlinge schwerer zu bekämpfen seien. Dies erfordere im Markt eine höhere Wertschätzung der Bio-Produkte und letztendlich höhere Verbraucherpreise als für konventionell erzeugte Produkte, so Dr. Görgens.

Anbaufläche wächst um 67 %

Die Anbaufläche bei EU-Bio-Äpfeln hat seit dem Jahr 2015 um 67 % auf knapp 57.000 ha zugelegt. Frankreich und Italien haben ihre Fläche nahezu verdoppelt und müssen in naher Zukunft 30 - 50 % ihrer Produktion exportieren. Das Interesse außerhalb von Europa ist begrenzt, bleibt nur der EU-Binnenmarkt. Und hier sind große Anstrengungen erforderlich, den Konsum in Europa zu pushen. Stephan Schilling (Head of PR & Communications WE ARE ERA) referierte über die stärkere Einbindung moderner Medien, um bei Konsumenten noch mehr Interesse für Bio-Äpfel zu wecken. Eine Studie hat ergeben: „Junge Menschen sind unsicher, ob Bio drin ist, wo Bio drauf steht“. Dieser Unsicherheit könne man nur durch einen kontinuierlichen Dialog mit den Konsumenten begegnen.

Zu wenig deutsche Bio-Äpfel

AMI-Marktanalyst Helwig Schwartau berichtete über einen zumindest in Deutschland ausgeglichenen Markt für Bio-Äpfel. Die einheimische Produktion wachse langsam, und es könne in den kommenden Jahren zu Engpässen kommen. Schon heute gäbe es im letzten Saisondrittel eine zu schwache Warenverfügbarkeit mit eigenen Äpfeln. Unabhängig vom internationalen Warendruck bestehe in Deutschland Potential noch mehr Apfelanlagen auf die Bio-Produktion umzustellen. Durch die sehr hohen Anforderungen an die Produktion sollten sich aber nur Spitzenbetriebe mit der Umstellung befassen. Der Markt für Äpfel befinde sich im Umbruch. Bio-Äpfel sind gefragt, stellen für den Handel und die Produktion eine große, aber lohnende Herausforderung dar. Mehr Informationen zu Bio-Äpfel, aber auch zu allen weiteren Produkten in Bioqualität finden Sie auf AMI-informiert.de.

Bio-Äpfel sind nur ein spannendes Thema, zu dem die AMI-Akademie eine Veranstaltung organisiert hat. Wenn auch Sie sich mit Marktbeteiligten in der Agrar- und Ernährungsbranche austauschen möchten, kontaktieren Sie uns gerne. Gemeinsam planen wir Ihre Veranstaltung, profitieren Sie vom "Rundum-sorglos-Paket" der AMI-Akademie. Nutzen Sie unser großes Netzwerk im Agribusiness – wir füllen Ihre Veranstaltung mit Leben. Angefangen bei hochkarätigen Referenten bis hin zu „Triff-die-Redner-Sessions“ und interaktiven Diskussionsrunden. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin und rufen Sie uns an: +49 (0) 228 33805-521.

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